Rede der Jugendfront zum bundesweiten Schulstreik gegen das rassistische Kopftuchverbot am 9. Oktober 2026.
Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrerinnen und Lehrer,
die Jugendfront der Partei der Arbeit unterstützt die landesweiten Streiks und Demonstrationen anlässlich des Kopftuchverbots an Schulen. Während unsere Schulen an Unterfinanzierung, Lehrermangel und vielen weiteren Problemen leiden, setzt die Bundesregierung auf eine rassistische und islamophob aufgeladene Spaltungspolitik.
Die Hitzewelle im Juni und Juli hat gezeigt, dass viele Schulgebäude schlecht isoliert sind. Viele Schulhöfe gleichen Betonwüsten und auch die innere Ausstattung der Schulen ist oft schlecht und veraltet. Klassen sind überfüllt und es mangelt an Lehrkräften. Die eigentlichen Probleme an Schulen sind offensichtlich, doch genau davon soll abgelenkt werden.
Die Behauptung, dass es sich bei dem Kopftuchverbot um den „Schutz von Mädchen“ oder die „Befreiung von Frauen“ handeln würde, ist eine reine Lüge. Die Regierung, die mit ihrem Spardiktat dafür verantwortlich ist, dass zehntausende Frauen in die Armut rutschen, während Frauen im Kapitalismus bereits ohnehin doppelt belastet werden, offenbart damit ihre Heuchelei. Gute öffentliche Bildung, sichere Ausbildungs- und Arbeitsplätze und soziale Absicherung sind grundlegende Bedingungen dafür, dass Frauen und Mädchen ein selbstbestimmtes Leben führen können. Diese Voraussetzungen werden durch die Sparpolitik der Bundesregierung Tag für Tag weiter zerstört.
Auch Lehrkräfte leiden unter dieser Politik. Lehrerinnen und Lehrer werden durch das Kopftuchverbot dazu gezwungen, als „Hilfspolizei“ gegen ihre eigenen Schülerinnen und Schüler vorzugehen. Auch hier zeigen sich die niederträchtigen Spaltungsversuche der Herrschenden: Sie wollen das Klima an unseren Schulen vergiften. Bereits jetzt ist der Alltag der Lehrkräfte von Stress und Belastung geprägt. Die Gehaltsabschlüsse im öffentlichen Dienst haben in den letzten Jahren zu sinkenden Reallöhnen geführt. Personalmangel, steigender Arbeitsdruck und fehlende Ressourcen werden in der Regel erst gar nicht thematisiert. Die sozialdemokratischen Gewerkschaftsführungen verhindern, dass es zu ernsthaften Kampfmaßnahmen kommt. Der aktuelle Sparkurs, mit dem die Bundesregierung die Kosten für Aufrüstung und Militarisierung auf uns abwälzt, verschlechtert die Lage immer weiter.
Die Absicht der Bundesregierung und der Oppositionsparteien ist leicht durchschaubar: Mit Hetze und Spaltung sollen wir gegeneinander aufgebracht werden, um die eigentlichen Probleme und ihre Ursachen nicht zu hinterfragen. ÖVP, SPÖ, NEOS, Grüne und FPÖ überbieten sich gegenseitig mit ihrer absurden Symbolpolitik und die bürgerlichen Medien sind jederzeit zur Stelle und spielen bei der Hetze mit.
Gleichzeitig wird die Militarisierung der Schulen immer weiter vorangetrieben, denn die aktuelle Aufrüstungskampagne geht auch an unserem Bildungswesen nicht spurlos vorüber. Sogenannte „Informationsoffiziere“ des Bundesheeres sprechen an den Schulen über Grundwehrdienst und Zivildienst. Dabei machen sie auch Werbung für Karrieren im Heer und für Auslandseinsätze. Im Kosovo sind beispielsweise junge österreichische Soldaten stationiert und stehen dort unter dem Kommando des Kriegsbündnisses NATO.
Die Verlängerung des Grundwehrdienstes um weitere drei Monate zeigt ein weiteres Mal die jugendfeindliche Politik der Herrschenden. Wer mit der Schule fertig ist, soll in Zukunft noch länger dem Bundesheer für schlechte Bezahlung dienen. Auch der Zivildienst soll verlängert werden, wenn nicht genügend junge Menschen zum Grundwehrdienst gehen. Bereits jetzt dient der Zivildienst als Reservoir für billige Arbeitskräfte im Sozial- und Gesundheitswesen.
Liebe Freundinnen und Freunde,
wir müssen uns wehren. Wir sagen Nein zu Milliarden-Ausgaben für Aufrüstung, während das Bildungswesen kaputtgespart wird. Wir sagen Nein zur schülerinnen- und schülerfeindlichen Politik der Regierung!
Rassismus und Islamophobie dienen im Kapitalismus dazu, die Jugend sowie Arbeiterinnen und Arbeiter anhand von konstruierten Trennlinien zu spalten. Schließen wir uns stattdessen zusammen, organisieren wir uns und bauen wir gemeinsam eine Gegenmacht auf!
Gehen wir in die Offensive:
Gegen das kapitalistische Schulsystem,
gegen Rassismus und Spaltung!