Erklärung der Zentralen Leitung der Jugendfront, Wien, 30. Juni 2026.
Jedes Jahr finden im Juli österreichweit die Wahlen zu den Landesschülervertretungen (LSV) satt. Die LSV wird von Schulsprecherinnen und -sprechern gewählt und ist die gesetzliche Vertretung der Schülerinnen und Schüler eines Bundeslandes gegenüber der Bildungsdirektion, dem Landtag und weiteren Behörden. Die Landesschulsprecherinnen und -schulsprecher sind zusätzlich Teil der Bundesschülervertretung (BSV).
In Anbetracht der schülerinnen- und schülerfeindlichen Politik von ÖVP, SPÖ und NEOS ist es notwendiger denn je, kämpferische Vertretungen in den Schulen aufzubauen: Mit den aktuellen Sparmaßnahmen werden unsere Schulen weiter kaputtgespart. Überfüllte Klassen, Lehrermangel und schlechte Ausstattungen sind die Folge. Für Schülerinnen und Schüler verstärken sich dadurch Stress und Leistungsdruck. Die neue Lehrplanreform des Bildungsministeriums zielt darüber hinaus darauf ab, Bildungsinhalte an Schulen noch einseitiger auf die Verwertung am Arbeitsmarkt auszurichten, anstatt umfassende und kritische Wissensvermittlung zu fördern. Mit dem rassistischen Kopftuchverbot versucht die Bundesregierung außerdem von den wahren Problemen im Bildungswesen, die durch den Kapitalismus verursacht werden, abzulenken, indem sie gegen muslimische Mitschülerinnen hetzt und Lehrkräfte gegen ihre Schülerinnen und Schüler ausspielt.
Diese Angriffe zeigen deutlich: Wir müssen uns wehren!
LSV und BSV stellen keine Vertretungen dar, die sich konsequent gegen die Angriffe der Regierenden auf die Bildung stellen. Das Wahlverfahren ist undemokratisch, da bei den LSV-Wahlen nur Schulsprecherinnen und -sprecher stimmberechtigt sind. Die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler ist nicht über die Belange der LSV und BSV informiert. Es handelt sich somit um keine eigentliche Vertretung, denn die Gremien bleiben isoliert von der lernenden Jugend. Innerhalb der LSV verfügen die Aktion kritischer Schüler_innen (AKS) und die Schülerunion über eine Monopolstellung. Dabei handelt es sich um Vorfeldorganisationen der Regierungsparteien SPÖ und ÖVP, die kein Interesse an einer wirklich kritischen Vertretung haben, sondern primär als Kaderschmieden der bürgerlichen Parteien fungieren.
Organisieren wir uns für den Aufbau kämpferischer Vertretungen in den Schulen!
Als Jugendfront kämpfen wir für demokratische Schülervertretungen, die konsequent für die Interessen der Schülerinnen und Schüler einstehen, denn der Widerstand gegen die jugend- und schülerinnenfeindliche Politik der Bundesregierung muss von uns, der Jugend, selbst kommen.
Offensive gegen das kapitalistische Bildungssystem!
Source: © Ibrahim Husain Meraj, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0