Erklärung der Zentralen Leitung der Jugendfront, Wien, 4. August 2026.
Aktuell erleben wir die bereits zweite große Hitzewelle innerhalb weniger Wochen. Es ist davon auszugehen, dass sämtliche Hitzerekorde auch in Zukunft Jahr für Jahr übertroffen werden. Die Auswirkungen der Klimakrise sind immer deutlicher spürbar, doch nicht alle sind davon gleichermaßen betroffen: Die Klimafrage ist eine Klassenfrage. Während die Monopole und Konzerne die Natur zur Realisierung ihrer Profite nach Belieben ausbeuten, sind es die Arbeiterklasse und ihre Jugend, die besonders stark von der Klimakrise betroffen sind und die Konsequenzen davonzutragen haben. Raubabbau von Ressourcen, Kriege und der Einsatz veralteter Technologie zeigen, dass die Klimakrise Kapitalismus-gemacht ist. Im Kapitalismus herrscht die Anarchie des Marktes: Ressourcen werden ineffizient eingesetzt und vergeudet, während die eigentlichen Bedürfnisse der Gesellschaft unbefriedigt bleiben.
Für den Lebensalltag von uns Jugendlichen hat dieses System drastische Auswirkungen: Wir müssen in der Hitze arbeiten und zur Schule gehen, schwitzend schlaflose Nächte verbringen und in Wohnungen ohne Klimatisierung leben. Die Inflation und der Reallohnverlust der letzten Jahre verschärfen die Lage weiter. Selbst wenige Tage Urlaub werden zunehmend zum Luxus und für die Abkühlung im Freibad muss aufgrund steigender Eintrittspreise immer tiefer in die Tasche gegriffen werden. Öffentliche Seezugänge sind bei vielen natürlichen Gewässern rar, wer nicht über ein Millionen-Grundstück am Ufer verfügt, dem bleibt nur der Weg in überfüllte Strandbäder.
Die letzten Tage des vergangenen Schuljahres haben außerdem gezeigt, dass es in den Schulen an Maßnahmen gegen die Auswirkungen der Klimakrise fehlt. Überhitzte Klassen, die ohnehin überfüllt sind, fehlende Klimaanlagen, schlecht isolierte Schulgebäude und mangelnde Beschattung von Schulhöfen machen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften zu schaffen. Das Schulgesetz sieht keine Aussetzung des Unterrichts bei besonders hohen Temperaturen (Hitzefrei) vor, es fehlt an klaren Regelungen.
All das zeigt: Neben dem Kampf gegen die eigentliche Ursache der Klimakrise, dem kapitalistischen System, benötigt es Sofortmaßnahmen, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die arbeitende und lernende Jugend abzufedern. Die Bundesregierung hat mittlerweile unzählige Male gezeigt, dass sie bereit ist, im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesen weiter zu sparen, während gleichzeitig Aufrüstungsbestrebungen erbarmungslos durchgepeitscht werden. Dieselbe Regierung, die mit der großspurig inszenierten Wehrdienstreform, den Milliarden-Ausgaben für Aufrüstung und der immer stärkeren Integration in die Militärstrukturen der EU klarstellt, dass junge Österreicherinnen und Österreicher in Zukunft damit rechnen müssen, für die Profite der Banken und Konzerne zur Not auch im Schützengraben zu kämpfen, hat für die Probleme der Jugend keinerlei Lösungen zu bieten.
Wir fordern:
Sanierung von Schulgebäuden, Klimatisierung in jeder Klasse!
Hitzefrei für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte!
Schutz vor hohen Temperaturen am Arbeitsplatz und in der Lehre, Hitzefrei bei vollem Lohn!
Gratiseintritt in Freibäder und Strandbäder!
Wir schwitzen nicht für die Profite der Banken und Konzerne. Widerstand gegen die jugendfeindliche Politik der Bundesregierung!