Stellungnahme der Zentralen Leitung der Jugendfront der Partei der Arbeit Österreichs (PdA). Wien, 6.9.2026.
Das vergangene Schuljahr hat mit Rekordschwitzen während der Hitzewelle in unseren Schulen geendet. Schlecht isolierte Gebäude, überfüllte Klassen und Betonwüsten in den Schulhöfen zeigen die Bedingungen, unter denen wir im Kapitalismus in die Schule gehen müssen. Daran ändert sich auch im neuen Schuljahr nichts. Ganz im Gegenteil: Mit dem rassistischen Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren will die Regierung von ihrem eigenen Versagen ablenken. Muslimische Schülerinnen werden stigmatisiert und zum Sündenbock für die Probleme in Österreichs Bildungswesen gemacht. Die Heuchelei dieser Maßnahme zeigt sich dadurch, dass Symbole anderer Religionen nicht betroffen sind. Doch damit nicht genug: Lehrkräfte sollen gezwungen werden, „Verstöße“ zu ahnden und gegen ihre eigenen Schülerinnen vorzugehen. Die Bundesregierung zeigt damit ihr hintertriebenes und schmutziges Kalkül. Wir, Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte sollen gegeneinander ausgespielt und gespalten werden, damit wir nicht auf die Idee kommen, die wahren Ursachen für die Probleme an Schulen zu hinterfragen.
Das Problem heißt Kapitalismus
Während Milliarden für Panzer und Kampfjets ausgegeben werden, wird in der Bildung gespart. Die Gehälter von Lehrerinnen und Lehrern werden von der Inflation gefressen. Gleichzeitig stellen die Ausgaben für Schulhefte und Materialien zum Schulstart durch die Teuerung für immer mehr Familien eine finanzielle Herausforderung dar. Bildung dient im Kapitalismus nicht dazu, uns umfassendes Wissen zu vermitteln, sondern soll uns auf den Arbeitsmarkt vorbereiten. Sie ist vor allem dann erwünscht, wenn sie auf dem Arbeitsmarkt verwertbar ist, um die Profite der Unternehmen zu steigern. Auch die Militarisierung unserer Schulen wird eifrig vorangetrieben: „Informationsoffiziere“ des Bundesheers machen an Schulen Werbung für eine Karriere beim Heer. Mit der „geistigen Landesverteidigung“ wollen sie uns einreden, dass Aufrüstung und Kriegstreiberei unserer Sicherheit dienen würden. Wer mit der Schule fertig wird, darf sich in Zukunft außerdem auf einen längeren Grundwehr- oder Zivildienst freuen.
Schluss damit, Widerstand!
Wenn wir uns nicht wehren, dann machen sie weiter. Die Bundesregierung betrachtet uns als eine Masse, mit der sie machen kann, was sie will. Schließt euch mit Mitschülerinnen und Mitschülern zusammen, diskutiert die aktuellen Angriffe der Bundesregierung und holt euch den Gegen Rassismus und Spaltung an unseren Schulen! Flyer der Jugendfront! Nur wenn wir gemeinsam für unsere Interessen kämpfen, können wir etwas erreichen.
Organisier dich gegen das rassistische Kopftuchverbot, Militarisierung und die jugendfeindlichen Maßnahmen der Regierung!