Rede der Jugendfront zum Antikriegstag 2026. 1. September 2026.
Liebe Genossinnen und Genossen! Liebe Freundinnen und Freunde!
Die Stimmen der Kriegsminister werden lauter und lauter. Wohin man blickt, gibt es Krieg und bewaffnete Auseinandersetzungen. Heute, am 1. September, jährt sich der Überfall des faschistischen Deutschlands auf Polen, mit dem der Zweite Weltkrieg begann. Diesen Tag begehen wir heute als Antikriegstag, um an die Schrecken des letzten Jahrhunderts zu erinnern und sie als Mahnung für heute zu nehmen. „Nie Wieder“ ist nicht nur hinsichtlich des Völkermordes, der in Palästina weiter ungehindert stattfindet, zur leeren Phrase geworden. Auch der imperialistische Krieg in der Ukraine, der von den Regierungen Europas unterstützt und finanziert wird, zeigt, dass der Krieg als Mittel der Politik längst wieder salonfähig ist.
Auch im kleinen Österreich boomt die Kriegshysterie. Während wir in Wels, Schwanenstadt und Wien Waffen und Kriegsgeräte produzieren und das Morden unterstützen, wird uns von der Politik jetzt erzählt, auch Österreich müsse wieder kriegstauglich werden. Wir müssen uns ja verteidigen können. Für uns ist klar: Die beste Verteidigung ist nicht Angriff, sondern ein ehrliches Bekenntnis zur Neutralität! Als neutraler Staat haben Rotax und Rheinmetall nichts bei uns verloren! Als neutraler Staat haben wir nicht Teil eines Nato-Bündnisses zu sein! Damit machen wir uns erst zum strategischen Ziel! Wenn wir eine echte Neutralität erkämpfen, senken wir die Kriegsgefahr um ein Vielfaches!
Aber stattdessen investieren wir Milliarden an Steuergeldern in den Aufrüstungsplan des Bundesheeres, renovieren Kasernen, kaufen neue Waffen, Fahrzeuge und Ausrüstung. Und damit das alles nicht verstaubt, wird auch der Grundwehrdienst verlängert. Dass es dabei nicht reicht, die Grundwehrdiener länger zu verpflichten, sondern auch mehr junge Männer den Grundwehrdienst anstelle des Zivildienstes leisten sollen, wird durch die sogenannte Wehrdienst-Garantie explizit gemacht. Wenn im ersten Jahr der neuen Regelung zu wenig Grundwehrdiener kommen, wird der Zivildienst um zwei weitere Monate verlängert, um ihn weniger attraktiv zu machen.
Gerade deswegen ist es für uns als Jugendfront besonders wichtig, ein klares Zeichen für Frieden und Neutralität zu setzen. Wir sind es, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in Österreich zur Schule gehen, studieren und arbeiten, die in den Krieg geschickt werden sollen. Wir sollen für die Profite der Reichen auf den Schlachtfeldern sterben. Nicht mit uns! Wir organisieren uns in den Schulen, an den Unis und in den Betrieben, wir bringen unseren Ärger auf die Straßen. Wir kämpfen gemeinsam für Frieden und Sozialismus
Und noch etwas:
Die Aufrüstung kostet, wie eben gesagt, unsere Steuergelder. In den nächsten Jahren wird das Budget des österreichischen Bundesheeres stetig erhöht werden, wobei es sich jetzt schon auf Rekordsummen beläuft. Dieses Geld, diese Milliarden fehlen dann, wenn es um den Sozialstaat geht. Um den Ausbau von Betreuungsangeboten, um sozialen Wohnbau und so weiter. Das Leben in Österreich wird immer schwerer leistbar. Während die Regierung für uns Butter und Brot ein paar Cent günstiger macht, stockt sie das Budget des Bundesheeres um Milliardenbeträge auf.
Deshalb lautet unsere Losung weiterhin:
Keinen Cent und Keinen Menschen für ihre Kriege!
Im Kapitalismus kann es keinen Frieden geben. Deswegen wird es nicht reichen, sich gegen Aufrüstung und Krieg zu stellen. Wer gegen den Militarismus ist, muss auch gegen den Kapitalismus sein. Denn im heutigen Monopolkapitalismus braucht es immer wieder Krieg um neue Profite zu erschließen, um die Interessen des heimischen Kapitals gegen die fremder Kapitalgruppen durchzusetzen, hilft am Ende nur Gewalt.
Aber wir werden nicht zum Kanonenfutter der Kapitalisten. Wir kämpfen nicht für sie gegen unsere Klassenbrüder und -schwestern aus anderen Ländern!
Wir kämpfen stattdessen gegen Aufrüstung, Militarisierung und die imperialistische Kriegspolitik. Wir organisieren uns und kämpfen für eine Gesellschaft, in der nicht Profite, sondern die Bedürfnisse der Menschen entscheiden.
Für Frieden und Sozialismus!