Rede der Jugendfront zum Internationalen Kampftag der Arbeiterklasse. Wien, 1. Mai 2026.
Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde,
Der Internationale Tag der Arbeiterklasse steht heuer wieder ganz besonders im Schatten der Widersprüche, die es im imperialistischen Weltsystem gibt. Es gibt aktuell so viele Kriege und andere bewaffnete Auseinandersetzungen auf der Welt, über die wir heute sprechen müssten, dass es fraglich ist, ob sie alle in diesem kurzen Redebeitrag Platz finden würden. Lasst uns also unseren Blick eher bei uns behalten. In Österreich, dem vermeintlich neutralen Österreich. Denn, wie es so schön heißt, steht der Hauptfeind ja im eigenen Land.
Während sich also die größten Militärmächte der Welt fortwährend bekriegen, um Macht, Bodenschätze, Einfluss und Co., möchte auch das kleine Österreich ein Stück vom Kuchen. Mit Rotax, den beiden Rheinmetall-Werke in Wien und Schwanenstadt, und natürlich Voestalpine – in der Stahl- und folgerichtigen Waffenindustrie sind wir in diesem Bereich nicht schwach vertreten. Nun will es aber die imperialistische Logik, dass wir auch mitkämpfen, um unser Kuchenstück. Das österreichische Finanzkapital, seine Eliten und seine Regierungen haben also in den letzten Jahren ihr Möglichstes getan, um Österreichs Neutralität Stück für Stück zu untergraben. Abgesehen von einer offiziellen Mitgliedschaft, sind wir in jeder Hinsicht bereits bestens in die NATO eingegliedert. Das Österreichische Bundesheer verfolgt nicht nur einen Aufrüstungsplan hinsichtlich Waffen und Ausrüstung, um die Interessen des österreichischen Kapitals international besser durchsetzen zu können, nein, es soll auch noch der Wehrdienst verlängert werden.
Mittlerweile sollte sich Herr Wiederkehr statt über seinen sogenannten guten Kompromiss bei der Lehrplanreform wohl eher darüber Gedanken machen, ob es nicht an der Zeit ist, im österreichischen Schulwörterbuch die Begriffserklärung für Neutralität zu überarbeiten.
Als Jugendfront sagen wir ganz klar: Nein zur Aufrüstung, nein zur Wehrdienstverlängerung, nein zur Neutralitätsabschaffung, nein zu Kriegseinsätzen! Die NATO-Kuschelei und die Pläne, Österreichs Heer wieder kriegstauglich zu machen, sind ein Schlag ins Gesicht der österreichischen Arbeiterklasse, und insbesondere ihrer Jugend. Schließlich sind es wir, Jungarbeiterinnen und Arbeiter, Studierende und in den kommenden Jahren auch Schülerinnen und Schüler, die für die offensichtlich schon geplanten Kriege nicht einfach nur zahlen sollen. Nein, wir sollen auch für sie sterben! Die jungen Menschen in Österreich sollen zum Kanonenfutter der imperialistischen Kriege werden! Wir sollen für ihre Profite unser Leben lassen!
Deshalb lautet unsere Losung: Keinen Cent und keinen Menschen für ihre Kriege!
Lasst uns gemeinsam kämpfen – gegen Imperialismus und Krieg, für Frieden und Sozialismus! Es braucht den organisierten Widerstand der Arbeiterklasse, den organisierten Klassenkampf gegen die imperialistische Profitlogik, gegen die Angriffe auf unsere sozialen Rechte! Bessere Bedingungen für die in Österreich lebende und arbeitende Bevölkerung werden genauso wenig vom Himmel fallen, wie wir sie herbei wählen können. Die aktuelle Bundesregierung zeigt uns wiedermal, dass auch mit der vermeintlich sozialen SPÖ keine Lösung geschaffen wird. In Zeiten der kapitalistischen Krise ist es die Arbeiterklasse die dafür die Kosten tragen muss, unabhängig davon welcher Couleur die Regierungsparteien angehören. Und sie versuchen uns mit rassistischen Verordnungen und leerer Symbolpolitik zu spalten – ob mit dem gestoppten Familiennachzug oder mit dem Kopftuchverbot. Das dürfen wir nicht zulassen. Wir müssen Seite an Seite stehen, gegen Rassismus, gegen Kürzungen im Sozialsystem, gegen faktische Nulllohnrunden, gegen hämische Steuersenkungen auf Grundnahrungsmittel und für echte Verbesserungen. Dafür müssen wir uns organisieren, in den Schulen, den Unis, in den Betrieben!
Und lasst es mich noch einmal in aller Deutlichkeit sagen:
Die Aufrüstung, die Wehrdienstverlängerung, die Aushöhlung der Neutralität – sie alle tragen nicht zu unserer Sicherheit bei! Sie alle sind Werkzeuge der Profitmaximierung für die Kapitalistenklasse. Wir haben nichts davon! Wir müssen uns organisieren, wir müssen gemeinsam gegen den Kapitalismus und für unsere Rechte kämpfen!
Lasst uns den überreifen Kapitalismus endlich durch den jungen Trieb des Sozialismus ersetzen.
Die österreichische Arbeiterklasse hat in den imperialistischen Kriegen nichts zu gewinnen. Doch wir haben unsere Leben zu verlieren.
Kämpfen wir also solidarisch für Frieden, gegen die kapitalistischen Grundlagen des imperialistischen Krieges. Einzig in diesem Kampf haben wir eine Welt zu gewinnen!
Keinen Cent und keinen Menschen für ihre Kriege!
Hoch der erste Mai!
Hoch die internationale Solidarität!