Redebeitrag der Jugendfront der Partei der Arbeit Österreichs auf dem internationalen Seminar der Kommunistischen Jugend Griechenlands (KNE), das im Rahmen des 52. Odigitis-Festivals in Athen am 25. September 2026 stattgefunden hat.
Die Jugendfront der Partei der Arbeit Österreichs (PdA) dankt der Kommunistischen Jugend Griechenlands (KNE) für die Einladung zum 52. Odigitis-Festival. Das Festival ist eine wichtige Gelegenheit, die Beziehungen zu kommunistischen Jugendorganisationen auf der ganzen Welt zu stärken und dem Internationalismus unserer Bewegung praktischen Ausdruck zu verleihen.
Wir erleben eine Verschärfung der zwischenimperialistischen Widersprüche und die wachsende Gefahr eines neuen großen Krieges. Die imperialistischen Kriege in der Ukraine, im Nahen Osten und an vielen anderen Orten zeugen bereits davon. Jahrzehntelang haben bürgerliche Historiker und Ideologen die Vorstellung propagiert, dass die Ära großer Kriege und Konfrontationen hinter uns liegt. Auf dem Höhepunkt der konterrevolutionären Umwälzungen zu Beginn der 1990er-Jahre verkündeten sie selbstbewusst das „Ende der Geschichte“.
Heute, mehr als drei Jahrzehnte später, ist offensichtlicher denn je, dass Kapitalismus und Imperialismus unweigerlich zu Krieg und Zerstörung führen. Das Monopolkapital und seine Regierungen verwüsten die Welt in ihrem Kampf um Arbeitskraft, Transportwege, Ressourcen und geopolitischen Einfluss. Die zunehmenden Konfrontationen zwischen den imperialistischen Blöcken und Bündnissen zeigen, wie wichtig die internationale Zusammenarbeit unter kommunistischen Jugendorganisationen ist.
Trotz der geringen Größe des Landes ist die österreichische Bourgeoisie in der Lage, ihre eigenen imperialistischen Ambitionen zu verfolgen. Von besonderer Bedeutung für das österreichische Kapital ist Mittel-, Ost- und Südosteuropa, eine Region, in der der Einfluss österreichischer Banken und Konzerne, insbesondere nach der Konterrevolution in den ehemaligen sozialistischen Staaten, massiv ausgeweitet wurde. Die Europäische Union stellt ein wichtiges Vehikel zur Durchsetzung der Interessen des österreichischen Kapitals in der Region dar.
Es ist daher nicht überraschend, dass Österreich trotz seiner formalen Neutralität zunehmend in die militärischen Strukturen der Europäischen Union integriert wird. Militarisierung, Aufrüstung und Kriegsvorbereitungen in Österreich sind untrennbar mit denen der EU verbunden. Um die Profitinteressen des heimischen Monopolkapitals zu erfüllen, beteiligt sich Österreich auch an militärischen Operationen im Ausland, beispielsweise im Kosovo, wo österreichische Soldaten unter dem Kommando der NATO stationiert sind. Diese Operationen werden unter dem Deckmantel von „Stabilisierung“ und „Friedenssicherung“ durchgeführt; in Wirklichkeit dienen sie dazu, Marktpositionen zu sichern und auszuweiten. Darüber hinaus muss die Unterstützung Österreichs für den mörderischen Staat Israel betont werden.
Die arbeitende und studierende Jugend Österreichs ist von den gegenwärtigen Kriegsvorbereitungen besonders betroffen. Speziell ausgebildete „Informationsoffiziere“ des Bundesheeres werben in Schulen für Aufrüstung und Militarisierung. Jeder österreichische Staatsbürger ist verpflichtet, sechs Monate Grundwehrdienst oder alternativ neun Monate Zivildienst zu leisten. Eine neue Maßnahme der Regierung soll den Grundwehrdienst um weitere drei Monate verlängern, um mehr Menschen in das Bundesheer zu bewegen.
Neben diesen „harten“ Maßnahmen werden Milliarden für militärische Ausrüstung ausgegeben. Gleichzeitig wird in allen anderen Bereichen eine strikte Austeritätspolitik verfolgt, beispielsweise im Bildungswesen, wo Universitäten zu drastischen Kürzungen gezwungen werden und zunehmend kommerzialisiert werden. Inflation, wachsender Druck auf junge Arbeiterinnen und Arbeiter und steigende Arbeitslosigkeit unterstreichen zusätzlich den gegenwärtigen Trend.
Um Aufrüstung und Militarisierung zu legitimieren, verbreiten die bürgerlichen Medien laufend Propaganda. Die Propaganda der Kriegstreiber setzt sich in Schulen und Universitäten fort, mit dem Ziel, die österreichische Jugend dazu zu indoktrinieren, die Bestrebungen der herrschenden Klasse in Richtung Krieg zu unterstützen. Umso wichtiger ist es, das Bewusstsein der Jugend zu schärfen und aufzuzeigen, dass es nur einen Weg gibt, einen neuen großen Krieg in Europa zu verhindern.
Eine Reihe bürgerlich-linker Kräfte, die neosozialdemokratische Politik betreiben, propagieren die Vorstellung, dass sogenannte „progressive“ Regierungen die Kriegsgefahr beseitigen könnten. In Österreich kritisieren diese Kräfte das imperialistische Bündnis der Europäischen Union für seine Kriegstreiberei, ohne jedoch grundsätzlich mit ihm brechen zu wollen. Sie kritisieren Aufrüstung und Militarisierung, ohne die Macht des Großkapitals ernsthaft infrage zu stellen. Für uns hingegen ist klar: Dem tödlichen Weg des Kapitalismus-Imperialismus kann nur entkommen werden, indem die Arbeiterklasse, ihre Jugend und die unteren Volksschichten für den Sozialismus kämpfen.
Genossinnen und Genossen,
Die entscheidende Frage, die wir uns heute, morgen und in Zukunft auf der ganzen Welt stellen müssen, lautet: Sozialismus oder Barbarei?
Es liegt an uns, dazu beizutragen, den Kampf für Frieden und Sozialismus zum Sieg zu führen!
Es lebe unser gemeinsamer Kampf!
Es lebe der Marxismus-Leninismus!
Es lebe die internationale Solidarität!