Rede der Jugendfront der Partei der Arbeit Österreichs (PdA) vor dem Spanischen Denkmal im ehemaligen KZ Mauthausen, 10. Mai 2026.
Der Spanische Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 war eines der zentralen politischen Ereignisse Europas in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Er begann mit dem Putsch faschistischer Militärs unter General Franco gegen die Spanische Republik. Unterstützt wurden die Putschisten vor allem von den faschistischen Ländern Italien und Deutschland. Der Krieg entwickelte sich rasch zu einem internationalen Konflikt, der von vielen Zeitgenossen bereits als Vorzeichen eines neuen großen imperialistischen Krieges verstanden wurde.
Auf Seiten der Republik kämpften neben spanischen Republikanern auch tausende internationale Freiwillige. Insgesamt schlossen sich etwa 35.000 bis 40.000 Menschen aus über 50 Ländern den Internationalen Brigaden an. Unter ihnen befanden sich Arbeiter und Intellektuelle, Sozialdemokraten und Kommunisten sowie Antifaschisten unterschiedlichster Herkunft. Gemeinsam war ihnen die Überzeugung, dass der Faschismus nicht nur Spanien bedrohte, sondern ganz Europa, und er besiegt werden muss.
Auch aus Österreich kamen rund 1.400 Freiwillige nach Spanien. Gemessen an der damaligen Bevölkerungszahl war das ein besonders hoher Anteil. Viele von ihnen hatten bereits Erfahrungen mit politischer Verfolgung und dem Kampf gegen den Austrofaschismus gemacht, insbesondere nach den Ereignissen des Februar 1934. Die Mehrheit der österreichischen Freiwilligen stammte aus der Arbeiterbewegung; ein Großteil waren Mitglieder der KPÖ sowie des KJVÖ. Die österreichischen Brigadisten kämpften unter anderem bei der Verteidigung Madrids, am Jarama, bei Guadalajara und später an der Ebrofront. Ab 1937 existierte mit dem „12.-Februar-Bataillon“ auch ein eigenes österreichisches Bataillon innerhalb der Internationalen Brigaden, benannt nach den Februarkämpfen von 1934 in Österreich.
Trotz des Einsatzes der republikanischen Kräfte und der Internationalen Brigaden blieb die Spanische Republik international weitgehend isoliert. Während Deutschland und Italien Franco umfassend militärisch unterstützten, verhielten sich Großbritannien und Frankreich offiziell neutral und verweigerten der Republik entscheidende Hilfe. Diese kam lediglich von der Sowjetunion. Die militärische Überlegenheit der faschistischen Seite machte sich im Verlauf des Krieges zunehmend bemerkbar. 1939 endete der Bürgerkrieg mit dem Sieg Francos und der Errichtung einer Diktatur, die bis 1975 Bestand hatte.
Für viele republikanische Kämpfer begann danach eine lange Phase der Flucht und Verfolgung. Tausende Spanier gingen nach Frankreich, wurden dort interniert und später nach der deutschen Besetzung Frankreichs von den Nazis verhaftet. Rund 7.000 republikanische Spanier wurden in das Konzentrationslager Mauthausen deportiert. Sie gehörten zu den ersten großen Häftlingsgruppen des Lagers.
Die Bedingungen, unter denen sie hier leben und arbeiten mussten, waren von extremer Gewalt geprägt. Viele spanische Häftlinge wurden im Steinbruch eingesetzt und zum Bau der sogenannten Todesstiege gezwungen. Hunger, Krankheiten, Misshandlungen und Zwangsarbeit bestimmten ihren Alltag.
Unter schwierigsten Bedingungen setzten die republikanischen Spanier im Konzentrationslager Mauthausen den antifaschistischen Widerstand fort. Das Internationale Mauthausener Lagerkomitee wurde gebildet und zum politischen und organisatorischen Zentrum der antifaschistischen Häftlinge. Hier waren erfahrende Kameraden tätig, die verlässlich arbeiteten. Sie nahmen Einfluss auf den Widerstand in den Nebenlagern und es kam auch dort teilweise zur Gründung von Komitees durch die Widerstandsgruppen, z.B. im Nebenlager Linz III.
Es bildeten sich außerdem illegale nationale, kommunistische Parteiorganisationen heraus. Diese arbeiten schnell und eng zusammen, da sich viele führende kommunistische Häftlinge bereits aus dem gemeinsamen Widerstandskampf unter anderem im Spanischen Bürgerkrieg kannten. Der Leitung des Lagerkomitees gehörte auch ein Mitglied der Kommunistischen Partei Spaniens an.
Als die ersten Verbände der amerikanischen Armee am 5. Mai 1945 Mauthausen erreichten, hing über dem Lagertor ein Transparent in spanischer Sprache: „Los españoles antifascistas saludan a las fuerzas libertadoras“ – „Die spanischen Antifaschisten grüßen die Befreiungstruppen.“ Dieses Transparent erinnert daran, dass viele der Überlebenden bereits Jahre zuvor gegen den Faschismus gekämpft hatten – in Spanien, in Frankreich und schließlich hier in Mauthausen. Etwa zwei Drittel der nach Mauthausen deportierten republikanischen Spanier überlebten die Haft nicht. Sie starben an Hunger, Kälte, Zwangsarbeit und Krankheiten oder wurden von den Faschisten ermordet.
Nach 1945 konnten viele der Überlebenden nicht in ihre Heimat zurückkehren. Das Franco-Regime betrachtete sie weiterhin als Feinde. Viele blieben im Exil in Frankreich oder Lateinamerika. In Spanien selbst wurde ihr Schicksal jahrzehntelang verschwiegen. Erst sehr spät begann eine öffentliche Anerkennung der deportierten und ermordeten Republikaner.
Das spanische Denkmal in Mauthausen erinnert an ihren Weg: vom Kampf gegen den Faschismus im Spanischen Bürgerkrieg über Flucht und Verfolgung bis in die Konzentrationslager des Nazi-Faschismus.
Ihr heldenhafter Kampf war nicht vergeblich. Ehre ihrem Andenken