Rede von Moritz Pamminger, dem Vorsitzenden der Jugendfront der Partei der Arbeit Österreichs (PdA), vor dem Sowjetdenkmal auf der Befreiungsfeier im ehemaligen KZ Mauthausen, 10. Mai 2026.
Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten! Liebe Genossinnen und Genossen!
Es ist mir eine große Ehre auch dieses Jahr im Namen der Jugendfront vor diesem Denkmal zu euch sprechen zu dürfen.
Das Denkmal erinnert an den opferreichen Kampf der Völker der Sowjetunion und ihrer Roten Armee gegen den Faschismus. Dass Deutschland am 8. Mai 1945 bedingungslos kapitulierte, dass der industriell organisierte Massenmord und die faschistische Barbarei beendet wurden, daran trug die Sowjetunion den größten Anteil. Die Rote Armee jagte die Wehrmacht von den Toren Moskaus bis nach Berlin zurück. Sie befreite das Vernichtungslager Ausschwitz, sie befreite Wien. Die Sowjetunion entrichtete den größten Blutzoll. 27 Millionen Tote in der UdSSR mahnen: Dieser Sieg wurde unter unvorstellbaren Opfern erkämpft – gegen die modernste Kriegsmaschinerie der damaligen Welt, gegen die kapitalistische Barbarei. Es war der Sieg der Völker über den deutschen Imperialismus.
Dieser Sieg war ohne den entschlossenen, internationalistischen Kampf der kommunistischen Bewegung nicht denkbar. Es waren Partisaninnen und Partisanen der jugoslawischen Volksbefreiungsarmee, die gemeinsam mit sowjetischen Truppen Belgrad befreiten und somit den Rückzug der Wehrmacht aus dem Balkan einleiteten. In Österreich war es die Kommunistische Partei mit ihrem Jugendverband, die vom ersten Tag an aktiven Widerstand gegen den Faschismus leistete – in den legalen Massenorganisationen und im Untergrund, in den Konzentrationslagern und in den Reihen der Roten Armee, in den Betrieben und auf der Straße. Die Kommunistinnen und Kommunisten bezahlten diesen Widerstand mit Verfolgung, Folter, Deportation, Zwangsarbeit und Tod. Und doch ließen sie sich nicht beugen.
Erst als keine Zweifel mehr bestanden, dass die Sowjetunion das faschistische Deutschland besiegen würde, erfolgte die Landung der Westalliierten in der Normandie – nun mit dem Ziel den Einflussbereich des Sozialismus in Europa zu begrenzen. Der Sieg über den Faschismus wurde von den Völkern selbst errungen. Und so gilt unser Dank heute insbesondere den Völkern der Sowjetunion und ihrer Roten Armee, den Partisaninnen und Partisanen der Widerstandsbewegungen in ganz Europa, sowie den tapferen Widerstandskämpferinnen und -kämpfern in Österreich selbst.
Nachdem dieser Sieg von den Völkern errungen worden war, wurden die faschistischen Verbrecher in der Sowjetunion und den Volksdemokratien Osteuropas zur Rechenschaft gezogen und ihre Machtstrukturen zerschlagen. In Westeuropa hingegen kehrten die alten Eliten aus Wirtschaft, Militär und Verwaltung unterdessen rasch zurück auf ihre einflussreichen Posten. Kurt Georg Kiesinger, der dazu beitrug, dass Nazi-Propaganda verbreitet wurde, war von 1966 bis 1969 deutscher Bundeskanzler. Adolf Heusinger stieg vom Oberbefehlshaber der Infanterie, der die Invasion der Sowjetunion vorbereitete, zum Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses auf. Die deutschen Konzerne, die sich am Raubzug der Nazis über Europa bereichert hatten, fuhren schon bald wieder satte Gewinne ein.
Mit dem Sieg der Konterrevolution am Ende des 20. Jahrhunderts und dem – bis auf wenige Ausnahmen – erfolgreichen Feldzug des westlichen Finanzkapitals gegen die sozialistischen Staaten wurde diese Entwicklung weiter zugespitzt. Die Industrien und Reichtümer Osteuropas und Asiens wurden privatisiert und entweder von einer sich herausbildenden nationalen Bourgeoisie oder von westlichen Banken und Konzernen aufgekauft. Die Herrschenden erklärten den Kapitalismus zur endgültigen und alternativlosen Ordnung. Das „Ende der Geschichte“ wurde ausgerufen – als hätte der Kapitalismus nun dauerhaft Frieden, Stabilität und Wohlstand für alle gebracht. Uns wurde erzählt, eine neue Epoche habe begonnen: eine Epoche ohne große Kriege, ohne grundlegende Widersprüche, eine Epoche des Fortschritts und der Zusammenarbeit.
Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten! Liebe Genossinnen und Genossen!
Wir können heute deutlich sehen, dass es sich dabei um nichts als Lügen handelte. Heute rührt das Finanzkapital abermals die Kriegstrommeln. Nachdem wie schon vor 100 Jahren die olympischen Sommerspiele 2036 in Berlin ausgetragen werden sollen, möchte Deutschland seine Bundeswehr bis zum Jahr 2039 zur konventionell stärksten und modernsten Armee in Europa hochrüsten. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius forderte, dass das deutsche Heer und die deutsche Gesellschaft schon bis 2029 „kriegstüchtig“ gemacht werden müsse. Während die USA und ihr Kettenhund Israel ihre Massaker im Iran und Libanon fortsetzen, spricht Donald Trump bereits davon, dass das nächste Ziel Kuba sei. „Ich glaube, mir wird die Ehre zuteil, Kuba einzunehmen“, verkündete Trump. Im Hintergrund bereiten die USA einen Entscheidungsfeldzug gegen China vor. Der Kampf um die Neuaufteilung der Welt, wie Lenin dieses blutige Spektakel nannte, tobt aktuell so intensiv wie seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr. So wie den faschistischen Räuberheeren Deutschlands geht es den Imperialisten auch heute um Ressourcen, Energierouten, Handelswege, Marktanteile und Einflusssphären.
Und auch das nominell neutrale Österreich möchte sein Stück vom Kuchen behaupten können. Konzerne wie Rotax, das Antriebssysteme für Drohnen unter anderem an das völkermörderische Apartheidregime Israel liefert, die Rheinmetallwerke in Wien und Schwanenstadt und die Voestalpine machen bereits jetzt gute Geschäfte mit den imperialistischen Kriegen. Und gleichzeitig wirft die österreichische Regierung fanatisch Milliarden für neue Panzer, Drohnenzentren, Rüstung und Waffen aus dem Fenster. Auch Wehr- und Zivildienst sollen verlängert werden. Auch das österreichische Kapital möchte seine Interessen in Zukunft noch stärker und noch aggressiver verteidigen können. Abgesehen von den NEOS, die immerhin das Außenministerium besetzen, wiederholen die Regierungsparteien ihr Bekenntnis zur Neutralität wie Schulkinder auswendig gelernte Formeln. Mit ihrem Aufrüstungswahn verwandeln sie dieses Neutralitätsgesetz jedoch in ein belang- und bedeutungsloses Schriftstück.
Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten! Liebe Genossinnen und Genossen!
„Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“ Heute, fast 87 Jahre nachdem die faschistischen Räuberheere Polen überfielen, ist ein Dritter Weltkrieg so wahrscheinlich wie seither noch nie. Die Imperialisten rüsten erneut zum Krieg, und die imperialistischen Staaten handeln allein im Interesse von Banken und Konzernen, wenn sie die Kriegstrommeln rühren. Der Kampf gegen Faschismus und Krieg muss daher ein Kampf gegen das Kapital, gegen die Banken und Konzerne sein. Es waren Krupp, IG Farben, Thyssen, Flick, Bosch und die Deutsche Bank, die Hitler zur Macht verhalfen und seinen Vernichtungs- und Raubkrieg finanzierten. Und auch heute sind es Konzerne und Banken, die ihre Profite vergrößern und neue Märkte erschließen müssen, um der Konkurrenz nicht zu erliegen.
Wir haben in ihren Kriegen nichts zu gewinnen. Es ist die Aufgabe der Arbeiterklasse und der Jugend, einen drohenden Dritten Weltkrieg zu verhindern.
Nie wieder Faschismus!
Keinen Cent und keinen Menschen für ihre Kriege!
Rotfront!